Die Anmeldung für den Hochschulsport Bielefeld ist für Studierende der Universität, der FH sowie für Gasthörer möglich.
Die Anmeldung für den Hochschulsport Paderborn ist für Studierende der Universität und Externe Teilnehmer möglich.
Leibniz Sport Club Elmshorn e.V.
Interesse an Kampfsport und Lust die Grenzen der körperlichen Fitness und Koordination auszutesten? Das und vieles mehr beinhaltet unser neues Trainingsprogramm. Techniken zur Verbesserung der Kondition und Ausdauer werden trainiert, ohne Rüstung oder direkte Konfrontation, jedoch mit dem Schwert als Fitnessfaktor. Koordination und eine besseres Körpergefühl werden dabei stark gefördert. Techniken für den Nahkampf wie Angriff, Verteidigung und Entwaffnungen sind weitere Elemente dieses vielseitigen Konzeptes. Auch hier stehen Effizienz und Anwendbarkeit im Mittelpunkt.
Kein "Schaukampf" oder "historisches Fechten" nach alten Quellen sondern die optimale Wirkungsweise von Waffen und Rüstungen des Früh - bis Hochmittelalter. Keine leichten und "bequemen" Fechtjacken oder Fechtfedern als "Schwertersatz", Kettenrüstungen und massive Helme machen unser Training unverwechselbar. Eine Rüstung, welche dem historischen Hintergrund des R.S.K. entspricht, fühlt sich eben einfach korrekter an. Das Resultat aus jahrelangem und intensiven Training, sowie die Erkenntnisse daraus, haben ein einzigartiges und unabhängiges Kampfkonzept geformt: Realistischer Schwertkampf im Rahmen des Machbaren, kurz: R.S.K.
Das Erlernen dieses Kampfkonzeptes wird die Reflexe, die Motorik, die Kondition als auch das Körpergefühl entscheidend verbessern. In diesem Rahmen werden Grenzen überwunden. Dabei wird niemandem gezeigt was er nicht kann. Es gibt bei uns kein endloses Wiederholen von Grundschlägen, auf Kommando und aufgereiht nebeneinander stehend. Keine festen Schrittfolgen oder Techniken und auch keine plötzlich erstarrenden Angreifer. Weiterhin wird, in Anbetracht einer mächtigen Rüstung, von wirkungslosen Berührungen mit federleichtem Schwertersatz abgesehen.
Unsere langjährige Erfahrung hat uns sehr deutlich gezeigt, dass all dies nicht zu einem effektivem Training nach unserem hohen Maßstab führt, sondern eher ein hinhalten der Teilnehmer:innen bewirkt. Statt dessen wird auf Partnerübungen sowie Sparring gesetzt, von Beginn an und vor allem möglichst anwendungsbezogen.
+ Turnierkämpfe mit 3 Wertungsstufen +
+ EISEN: ein Turnier für alle Teilnehmer:innen +
+ Kampf mit entsprechend zugelassenen Stahlwaffen +
+ verschiedene Waffenkombinationen - kein Kampf ist gleich +
+ Waffen und Rüstungen möglichst nah am historischen Vorbild +
Fußnote:
Es wird ausschließlich der R.S.K. - Schwertkampf vermittelt, kein "HEMA", kein "historisches Fechten", keine "Quellenarbeit" oder "Schaukampf". Der R.S.K. - Schwertkampf stellt ein eigenständiges Kampfkonzept dar und ist keinem Dachverband angeschlossen. Dadurch wird der R.S.K. weiterhin unabhängig seinem Grundsatz folgen und das Konzept wird sich ohne entsprechende (regulatorische) Einflüsse stetig weiterentwickeln.
Was die Waffen- und Rüstungstechnik des Mittelalter betrifft, gibt es sehr viel Interessantes zu entdecken: Eine hoch entwickelte Kampfweise mit zahlreichen Waffen erschließt sich uns. Das Bild vom trägen Ritter in Rüstung, mit schwerem Schwert und plumpen Prügelattacken, findet sich noch in vielen Köpfen. Dies ist auch kaum verwunderlich, da dieser Eindruck auf den zahlreichen „Mittelalter - Spektakeln“ oder Festen durch die oft dargebotenen „Schaukämpfe“ gefördert wird. Sicherlich sollen diese Vorführungen größtenteils der Unterhaltung und weniger der Aufklärung des Zuschauers dienen, aber wir möchten endlich mit diesem falschen Bild aufräumen. Glauben Sie wirklich das Jahrhunderte der Waffen und Rüstungsentwicklung sowie das Training der Krieger von Kindesjahren an zu plumpen Prügelattacken und trägen Kämpfern geführt haben, ganz zu schweigen von unhandlichen und schweren Waffen?
+ was wartet +
Das Mittelalter selbst lässt sich in drei Abschnitte unterteilen, was sich unter anderem in verschiedenen Waffen und Rüstungen zeigt. Das Spätmittelalter ist die Zeit der Plattenrüstungen und Zweihandschwerter, die Zeit der großen Fechtschulen. Aus dieser Epoche sind Handschriften der damaligen Fechtmeister überliefert, an welchen sich das „Historische Fechten“ orientiert. Das Früh– und Hochmittelalter, also etwa die Zeit der Völkerwanderung und dem Niedergang des römischen Reiches bis zu den ersten Kreuzzügen, ist das sehr spannende Zeitfenster, mit dem sich der R.S.K. beschäftigt. Da es über die Kampfweise dieser Epoche kaum Überlieferungen gibt, musste beinahe alles an unseren Kenntnissen erarbeitet werden. Stellen Sie sich eine Schlacht vor, es wimmelt von Gegnern um Sie herum nachdem der Schildwall durchbrochen ist, keine Zeit für ausgiebige Zweikämpfe oder Duelle und erst recht keine Regeln außer einer: Sie oder Ihr Gegner. Jetzt keine voreiligen Rückschlüsse auf das Training ziehen, es wartet kein rücksichtsloser Freikampf.
+ die Früchte der Arbeit +
Ich möchte von vornherein klarstellen, dass es im R.S.K. keine „Titel“ gibt mit denen man sich schmücken kann. Mit anderen Worten gibt es keinen „Schwertmeister - Gürtel“ oder "Fechtmeister - Pokal" auf dem man sich „ausruhen“ könnte. Der Weg ist hier das Ziel, oder anders ausgedrückt: Wer aufhört besser zu werden, hört auf gut zu sein. Das Training wird den Fähigkeiten der Teilnehmer:innen möglichst individuell angepasst, um so den größtmöglichen Fortschritt zu gewährleisten. Der R.S.K. - Schwertkampf spiegelt zu jeder Zeit die im Training erarbeiteten Kenntnisse und Fertigkeiten wieder. Den Grundstein dafür bildet mein Vermögen, also das was ich in diesem Bereich vermag. Da sich die Biomechanik des Menschen sowie die Wirkungsweise der Waffen und Rüstungen nicht sonderlich geändert haben, lies sich daraus ein eigenständiges Konzept erarbeiten. Der R.S.K. beruht also auf den Erkenntnissen des Trainings, dessen Ziel dabei immer die größtmögliche Effizienz und Anwendbarkeit der Techniken ist. Ich freue mich die Früchte der Arbeit mit jedem Waffengang weiter zu verbessern.
+ das System hat Konzept +
Der R.S.K. versteht sich nicht als strikt zu befolgendes und nicht zu hinterfragendes „Regelwerk“. Er bildet vielmehr den Rahmen für ein sich stetig verbesserndes und erweiterndes Kampfkonzept, ist also kein in sich geschlossenes unveränderliches System. Die Grundlagen bilden den Rahmen auf dem alles aufbaut, bieten jedoch genügend Möglichkeit den Individuellen Stil eines jeden einfließen zu lassen. Nicht jeder wird sich gleich bewegen, da jeder eine eigene Persönlichkeit hat. Unvorstellbar, wenn dem nicht so wäre. Es ist mir sehr wichtig, dass die einzelnen Techniken sowie das Training selbst jederzeit logisch und nachvollziehbar sind. Etwas nicht hinterfragen zu dürfen oder dessen Sinn und Zweck nicht zu verstehen, entspricht nicht meiner Auffassung vom Training sowie nicht dem R.S.K. - Konzept. Was Sinn ergibt prägt sich besser ein, ist ja auch logisch. Hat man sich einmal die Grundlagen angeeignet, verlernt man diese nicht so schnell. Möglichst realistischer Waffengang im Rahmen des Machbaren.
+ verwendete Waffen und Rüstungen +
Da der Schwerpunkt auf dem Früh – Hochmittelalter liegt, werden auch überwiegend Waffen sowie Rüstzeug dieser Epoche verwendet. Als Schwerttypen finden das einhändig geführte Schwert / Spatha Verwendung. Sowohl in der eher Frühmittelalterlichen Ausführung, also mehr „kopflastig“, als auch in der hochmittelalterlichen Variante, welche sich aufgrund der Klingenform und Balance besser zum Stich eignet. Auch das Zweihandschwert / Kriegsschwert findet im Training Verwendung. Weiterhin kommen Axt, Dolch / Sax und Stangenwaffen zum Einsatz. Die Helme sowie Körperrüstungen entsprechen auch diesem Zeitfenster. Unter anderem Gambeson, Ringpanzerhemd sowie dazu passende Helme. Die Schutzwirkung ist nicht zu unterschätzen, es ist schon eine Herausforderung die Schwachstellen der verschiedenen Rüstungen zu nutzen. Welche Technik führt zum Ziel? Der erste und einzige alles entscheidende Hieb ist unwahrscheinlich. Der Schwerthieb auf ein Kettenhemd wird keinen großen Schaden anrichten, außer einer Prellung. Es ist auch recht selten, dass sich der „Gegner“ bewegungsunfähig zeigt und somit leicht treffen lässt. Die Kombination der verschiedenen Waffen, Schilde und Rüstungen machen jedes Training zu einem einzigartigen Erlebnis.
+ aller Anfang ist nicht so schwer +
Von Beginn an soll kein "Halbwissen" vermitteln werden, sondern das richtige Fundament für alles Nachfolgende gelegt werden. Die Grundangriffe, sowie bei fortgeschrittenen Übungen die Konter, sind immer mit ernster Absicht auszuführen. Die Klinge sollte immer zum eigentlichen Ziel, dem „Gegner“, geführt werden. Aus diesem Grund werden die Trainingsschwerter erst dann benutzt, wenn durch das üben mit den Polyprophylenwaffen das Gefühl für die Angriffe und die Handhabung erarbeitet wurden. Die ersten Übungen werden bewusst langsam trainiert, um größtmögliche Kontrolle sowie die optimale Selbstkontrolle ausüben zu können. Was langsam funktioniert, funktioniert auch schnell.
+ entweder richtig oder (gar)nicht +
Für ein realistisches Trainieren (im Rahmen des machbaren) und erlernen der richtigen Techniken ist dieser Grundsatz von großer Bedeutung. Nur wer die Angriffe von Anfang an korrekt sowie präzise ausführt, erlernt und prägt sich das Konzept richtig ein. Fehler die sich zu Anfang des Trainings beim erarbeiten der Grundlagen „einschleichen“ und „einschleifen“, lassen sich später nur schwer wieder korrigieren. Daraus können später bei den freien Übungskämpfen durchaus "Probleme" entstehen, und man ist verwundert aus welchem Grund manche Techniken nicht richtig „funktionieren“. In den fortgeschrittenen Seminaren werden, gleichzeitig zu den Angriffen als auch Kontern, die Schrittarbeit sowie beim Kampfschwert die Kontrolle des Gegners trainiert. Deshalb sollten die grundlegenden Blöcke automatisiert abgerufen werden können, ein anwenden und reagieren ohne langes Nachdenken und Überlegen ist das angestrebte Ziel.
+ Reflexe sind immer schneller als gedacht +
Reflexartiges Reagieren, also Handeln ohne „Denkpausen“, führt zu sehr schnellem Kampfgeschehen. Die Grundtechniken werden daher im festen Stand erlernt, vorerst noch ohne Schrittarbeit. Jedoch ist dabei immer auf die richtige Distanz zu achten. Die meiste Kraft entfaltet ein Schwert etwa im letzten Drittel der Klinge. Ein Waffengang in zu großer Entfernung macht keinen Sinn, zu nah am Gegner ändern sich die effektiven Techniken. Im Verlauf des Trainings werden sicher Fragen über Zusammenhänge auftreten, ich bitte ausdrücklich darum diese zu stellen. Der Sinn einer Übung oder Bewegung muss immer ersichtlich sein, alles hat einen nachvollziehbaren Hintergrund.
+ die Rüstung macht den Unterschied +
Wir unterscheiden im R.S.K. zwischen dem Kampfgeschehen mit und ohne Rüstung. Wie bereits erwähnt orientiert sich die Art und Ausführung der Rüstungen an der Epoche vom Früh – bis Hochmittelalter. Wenn die Grundlagen des R.S.K. erlernt werden verzichten wir auf Rüstungen, daher ist jeder Körpertreffer zu vermeiden. Dadurch ist man also „gezwungen“ sich darauf zu konzentrieren richtig anzugreifen sowie zu blocken. Wer sich bei Angriffen unnütz die Blöße gibt oder einen Konter falsch ausführt, riskiert einen Treffer. Im späteren Verlauf des Trainings wird die Schutzwirkung der jeweiligen Rüstungen mit einbezogen und die Folgetechniken erlangen dann eine große Bedeutung. Der Schwerthieb auf den Oberkörper von mit Gambeson und Kettenhemd geschützten Kämpfer:innen wird diese sicher nicht sofort Kampfunfähig machen. Der Hieb würde den Ringpanzer wahrscheinlich nicht einmal sonderlich beschädigen. So baut sich das Training nach und nach aufeinander auf, beginnend mit dem richtigen Fundament als Basis. Man schafft, was man sich zutraut.
Marcus Rehfeld / Trainer, Ausbilder und Begründer des R.S.K.
Referenzen
+ ab 2004 intensives Training der Kampfkunst und Selbstverteidigung +
+ seit 2009 ausgiebiges Erarbeiten eines möglichst "anwendbaren" Kampfkonzeptes mit dem Schwerpunkt
Früh - Hochmittelalter +
+ resultierend aus der Arbeit formte sich in 2010 der R.S.K. als eigenständiges Kampfkonzept heraus +
+ leiten diverser Workshops und Seminare +
+ seit Anfang 2015 unterrichten des R.S.K. an der Universität Bielefeld im Rahmen des Hochschulsportes +
+ seit Ende 2016 unterrichten des R.S.K. an der Universität Paderborn im Rahmen des Hochschulsportes +
+ 2017 Dozent an der Volkshochschule Paderborn +
+ 2026 Autor des Buches „über die Faszination des gerüsteten Kampfes im Frühen - und hohen Mittelalter“ +